Gewässerwart Winfried Klein fordert den Abriss der Wehre und die Stilllegung der Wasserkraftwerke entlang der Lahn. Seiner Aussage nach, sei die Lahn für Fische in einem schlechten Zustand. Seit 1990 seien die Fangergebnisse rückläufig.

Diese grundlegenden Veränderungen entlang der Lahn hat der Gewässerwart kürzlich bei der Jahreshauptversammlung des Fischerei-Sportvereins (FSV) Oberlahn im Bürgerhaus Ahausen gefordert. Winfried Klein aus Runkel sieht den Fischbestand gefährdet. Die Fangergebnisse seien seit 1990 rückläufig. Gründe dafür sind laut Klein mangelhaft arbeitende Kläranlagen, Tabletten-Rückstände und vor allem die Belastung durch Glysophat.

Fischtreppen funktionieren nachweislich nicht

Wehre seien ein „riesiges Problem“, da es dadurch zu Stauhaltungen komme. Der Gewässerwart bemängelt auch, dass es so gut wie keine Fischtreppen gebe. Die vorhandenen Fischtreppen würden nachweislich nicht funktionieren. Weiterer Nachteil der Wehre und die damit einhergehenden Stauhaltungen sei auch der Faulschlamm, die große Mengen klimaschädliche Methangase absondern würden.

„Für den Klimaschutz wäre es ein Segen, alle Wasserkraftanlagen, die sowieso nur eine unbedeutende Strommenge produzieren, sofort stillzulegen, damit die Flüsse wieder fließen können.“

Winfried Klein, Oberstudienrat i. R., Gewässerwart Fischerei-Sportverein Oberlahn e. V. und Vorsitzender der IG-LAHN e. V.

Klein erläutert weiter, dass um die „Lebensadern unserer Landschaft“, die Flüsse, wieder ins Gleichgewicht zu bringen, eine Menge zu tun sei. So dürften diese nicht durch permanente Vergüllung durch Biogasanlagen „nachhaltig zerstört werden“.

Lachse als Garant für mehr Tourismus

Laut dem Gewässerwart ist die Beseitigung der Wehre erforderlich, um die Lahn wieder vor allem für Lachse durchweg passierbar zu machen. Es seien 120 ausgewachsene Lachse an die Lahnmündung zurückgekehrt und in Aumenau vermehrt worden. Würden die Barrieren in Form von Wehren nicht existieren, könnten die Fische bis zum Oberlauf der Lahn in Nordrhein-Westfalen wandern und sich dort selbständig vermehren. Kleins Vermutung: Es kämen jedes Jahr Tausende von Lachsfischer an die Lahn, die hier essen, trinken und übernachten würden, und somit viel Geld in die Region bringen würden.

Begrüßt wurden die 130 Mitglieder vorab vom Vorsitzenden Mathias Zenkert. Auch Landrat Michael Köberle (CDU) war zu Gast im Bürgerhaus Ahausen.  Er bedankte sich bei den Fischern für deren ehrenamtliches Engagement, ohne das die Gesellschaft viel ärmer wäre.

„Ich kann Sie deshalb nur ermuntern, machen Sie weiter so, denn ihre Leistung kommt uns allen zugute.“ Michael Köberle (CDU), Landrat des Kreises Limburg-Weilburg

Extreme Trockenheit ohne Probleme überstanden

Aufgrund der enormen Trockenheit vergangenen Sommer gibt es gravierende Waldschäden, berichtet Werner Wernecke von Hessen Forst. Den Oberlahn-Fischern dankte er für das „mustergültige Abfischen“ des Seeweihers. Weiterhin eine gute Zusammenarbeit wünscht er sich. Dass der Fischer Sportverein kein Blatt vor den Mund nimmt und Missstände offen anspricht, lobte Dietmar Hahn der Jägervereinigung Oberlahn. Auch der dankte dem Engagement der Fischer.  

Trotz der Trockenheit vergangenes Jahr, habe die Lahn diese „ohne Probleme für Fische und Wassertiere“ überstanden. Der Sauerstoffgehalt sei immer an der Sättigungsgrenze gewesen, und der pH-Wert ebenfalls in Ordnung, so Winfried klein. 

Vorstandswahlen

Die Vorstandswahlen verliefen wie folgt:

  • Boris Lamping wurde zum zweiten Kassenwart gewählt,
  • Claudia Mohr wurde zur zweiten Kassenprüferin gewählt.

Danach wurden vom Vorsitzenden Mathias Zenkert und seinem Stellvertreter Tim Godlewski treue Mitglieder geehrt. Für 50 Jahre Treue zum Verein wurden:

  • Dr. Volker Buhlmann,
  • Detlev Hessler,
  • Dieter Knögel,
  • Adolf Kruspel,
  • Josef Peter Löw,
  • Hartmut Radny,
  • Ernst Schmidt,
  • Karl Heinz Schock,
  • Alfred Schönweitz,
  • Hans-Jürgen Schultz
  • und Friedhelm Uhl

mit einer Urkunde und Präsenten geehrt.

Für 60 Jahre Treue zu den Oberlahn-Fischern wurde:

  • Erhard Schmidt

mit einem Präsent geehrt.

Die gesundheitlich verhinderten Ulrich Dragässer und Friedrich Gros werden zu einem späteren Zeitpunkt vom Vorstand persönlich gewürdigt.

(lm)

Werbung

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Geben Sie Ihren Kommentar ein.
Ihr Name