Das subjektive Sicherheitsgefühl Limburger Bürger ist der Grund, warum der 1. Stadtrat Michael Stanke für mehr Präsenz auf Limburgs Straßen sorgen möchte. Nach einer Befragung fühlen sich die Menschen nicht mehr sicher.

Deshalb sollen Mitarbeiter des Ordnungsamts mit der Landespolizei rund um den Limburger Bahnhof mit Hilfe der Bundespolizei ihre Aktivitäten erheblich erhöhen. Weitere Stellen würden beim Ordnungsamt zur Verfügung gestellt, was darauf hinausläuft, dass zwei weitere Teilzeitstellen geschaffen wurden. So wird es im Rahmen des Konzeptes des Magistrats umgesetzt.

Mehr Präsenz durch weitere Mitarbeiter des Ordnungsamts

Das Konzept „Sicherheit in Limburg“ ist von der Stadtverordnetenversammlung im November beraten worden. Dabei ist vereinbart worden, dass statt zwei Halbtagsstellen im Endeffekt vier für mehr flexiblere Einsatzzeiten bereitgestellt werden. Die finanzielle Freigabe dazu, die vorerst von der Stadtverordnetenversammlung mit einem Sperrvermerkt versehen worden ist, ist nun abhängig von einem Konzept des Ordnungsamts. Darin soll die Ausweitung der Dienstzeiten und die Einführung einer Nachschicht beschrieben werden.

Momentan endet die Spätdienst der Mitarbeiter der Ordnungshüter um 23:30 Uhr und beschränke sich auf lediglich zwei bis drei Abende pro Woche. Um die Regelung der aktuellen Lage anzupassen, ist es vorgesehen, dass auch das Wochenende Teil des Dienstplanes wird. Darüber hinaus würde die Zeit auf 1 Uhr nachts erweitert.

Limburgs Brennpunkte: Bahnhofsvorplatz, Tal Josaphat und Blumenrod

Im Fokus der Arbeit der Hilfspolizisten sind Limburgs Brennpunkte, wie der Bahnhofsvorplatz, das Tal Josaphat und Blumenrod. Auf weitere Plätze in der Stadt würde Streife gelaufen werden.

Zeitliche Lücken, in denen keine Hilfspolizei unterwegs gewesen sei, wären geschlossen geworden, und zudem im Ordnungsamt eine Einsatzleitung eingerichtet worden – dies bereits im August 2018. Die Präsenz und verstärkten Streifen würden Wirkung zeigen, vor allem in Parkhäusern, wo einst Tuner unterwegs waren. 388 Hausverbote habe es alleine im Parkhaus Nord im ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof) gegeben, wegen diverse Verstöße gegen die Hausordnung.

Somit verlängert sich die Dienstzeit auf 18 Stunden am Tag. Laut Michael Stanke seien das fünf Stunden mehr wie bisher. Diese Ankündigung hat sich in der Stadt herumgesprochen. Angeblich seien schon die ersten Effekte bemerkbar. So habe sich die Sicherheitslage am Bahnhof „deutlich verbessert“.

Maßnahmen der Überwachung wirken

Dieser „Erfolg“ bewegt Michael Stanke dazu, die Überwachung der Parkhäuser weiterzuführen. Die Vorfälle seien rückläufig und seien ein Beleg dafür, dass die Maßnahmen wirken.

Auch am Bahnhof zeige sich der Erfolg der Beamten vor Ort: Mehr Kontrollen und Ermittlungen gegen „besonders auffällige Jugendliche“ hätten dazu geführt, dass Intensiv- und Mehrfachtäter verstärkt kontrolliert worden seien. Resultat: 1.800 Kontrollen; daraus resultierten 114 Strafanzeigen! Aufgrund dessen habe sich die Sicherheitslage rund um den Bahnhof enorm verbessert.

Stanke lobt dabei die Zusammenarbeit mit der Landespolizei. Sie sei konstruktiv. Allerdings gestalte sich die Kooperation mit der Bundespolizei eher schwierig. Nach wie vor sei die Wahrnehmung der Beamten der Bundespolizei noch nicht deutlich genug. Dies müsse forciert werden und es würden dazu noch Gespräche geführt.

Raser belästigen Anwohner in der Innenstadt

In der Bürgerbefragung hatten die Limburger den Wunsch nach mehr Videoüberwachung von Straßen und öffentlichen Plätzen geäußert. Rechtliche Rahmenbedingungen würden geprüft werden. Denn nur an kriminellen Brennpunkten ist Videoüberwachung durchaus legal. In Absprache mit der Polizei würden mögliche Einsatzorte für Big Brother geprüft und festgelegt. Im Gespräch sind der Neumarkt, die Graupfortstraße, die Bahnhofstraße als auch der Gaaseweg entlang der Bahnstrecke hinter der Marienschule – vom Bahnhof Richtung Frankfurter Straße zur Unterführung, die zum Tal Josaphat führt.

Stanke sieht vor allem bei der Unterführung zum Tal unbedingt Handlungsbedarf, was mit der „Städtebaulichen Kriminalprävention“ besprochen werden müsse. Des Weiteren ist der Lärm durch Autotuner in der Stadt unbedingt zu unterbinden, da sich die Anwohner stark belästigt fühlen.

Sicherheitsgefühl weiter steigern

Um das Sicherheitsgefühl weiter zu steigern, ist eine Waffenverbotszone im Gespräch. Diese vor allem im Umkreis des Bahnhofes! Das Mitführen von Waffen oder sonstigen gefährlichen Gegenständen wären damit verboten.

Präventionsmaßnahmen in die Wege leiten

Hier geht es ganz klar um Prävention, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu relativieren. Das soll in Zusammenarbeit mit Behörden, Institutionen und weiteren Einrichtungen erreicht werden. Limburg beteiligt sich am Kommunalprogramm Sicherheitssiegel (KOMPASS), und möchte die Kooperation mit der Präventionskommission verstärken und weitere Einrichtungen mit ins Boot holen und stärken.

(lm)

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