Das Kalkwerk Festival steht vor der Tür! Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit. Vom 7. bis zum 9 Juni sind alle wieder eingeladen, mit den Kalkwerkern das 39. Festival zu feiern. Wir befragen Kalkwerk-Bands, die dieses Jahr auf dem Festival spielen. Kalkwerk Festival: Stay Focused im Interview.

Kalkwerk Festival: Stay Focused im Interview

Seit 2009 haben die drei jungen Herren bereits zusammen in Bands wie „As Seconds Become Centuries“ und „Whiteout Alley“ gespielt, bevor sie beschlossen als „harter Kern“ zu dritt weiterzumachen. Entstanden ist Stay Focused, die seit März touren, und noch bis September unterwegs sein werden. Dass die Band das Publikum rocken kann, und auch als ziemlich guter Ersatz für die holländische Hardcore-Größe „All For Nothing“ erhalten kann, haben sie auf dem Tells Bells Festival 2018 gezeigt. Wir haben sie befragt.

„Wir waren gerade noch vom ersten Festivaltag total verklatscht in unseren Autos wach geworden, dann ging es direkt in den Proberaum zum Equipment holen und quasi direkt auf die Bühne.“

NLim: Eure Band heißt Stay Focused, was schätze ich im Klartext heißen soll, dass jeder auf sein Ziel fokussiert bleiben soll. Oder das Ihr fokussiert bleiben möchtet, bei dem was Ihr tut. Liege ich mit der Vermutung richtig? Wie seid Ihr zu dem Namen gekommen?

Stay Focused: Ja, da liegst du richtig. „Stay Focused“ ist unser eigenes Mantra, da viele Bands aus Menschen bestehen, die zwar sehr gerne Musik machen, sich aber doch auflösen, weil ihnen sozusagen das Leben dazwischenkam. Das finden wir schade und das soll uns nicht passieren.

NLim: Was soll der Name dem Zuhörer suggerieren?

Stay Focused: Darüber hatten wir uns damals gar keine Gedanken gemacht – haha.

NLim: Mit wie viel Leuten spielt Ihr in der Band?

Stay Focused: Mit 3.

NLim: Wer spielt welches Instrument?

Stay Focused: Fabio spielt Gitarre und singt, Juli schreit rum und spielt Bass und Jimmy ist allein damit beschäftigt auf seinem Schlagzeug rumzuhauen.

NLim: Wann habt Ihr Euch gegründet?

Stay Focused: 2015, aber zusammen haben wir drei schon seit 2009 in anderen Bands gespielt.

NLim: Wart Ihr von Anfang als Band im Kalk oder habt Ihr vorher woanders einen Proberaum gehabt?

Stay Focused: Nein, wir haben erst bei Jimmy auf dem Dachboden geprobt, dann bei Fabio im Keller. Fehlt eigentlich nur noch ’ne Garage.

NLim: Wie lange habt Ihr mittlerweile Euren Proberaum im Kalkwerk?

Stay Focused: Seit einem Jahr.

NLim: Wisst Ihr, wie oft Ihr bereits auf dem Kalkwerk Festival gespielt habt?

Juli: Ja, ziemlich genau. Ich ein einziges Mal mit meiner allerersten Band, als ich noch zarte 15 war. Die anderen zwei noch nie.

Fabio: Stimmt doch gar nicht! Ich durfte vor ein paar Jahren schon mal als Aushilfe bei Kaocide ran.

NLim: Was findet Ihr am Kalkwerk gut? Was gefällt Euch besonders gut?

Stay Focused: Definitiv die Gemeinschaft und der (nicht nur) musikalische Austausch. Das ist schon ein ganz schöner Haufen Leute, die (nicht nur) Musik machen!

NLim: Könnt Ihr Euch vorstellen, irgendwann auch woanders einen Proberaum zu haben? Also nicht im Kalk.

Stay Focused: Das haben wir jetzt fast zehn Jahre gemacht, also ja. Wer weiß, was die Zeit noch so bringt. Wo man vielleicht mal landet, weiß man ja nie.

NLim: Wo habt Ihr Euch kennengelernt? Zufällig hier im Kalk oder kanntet Ihr Euch bereits vorher?

Stay Focused: Wir hatten bereits seit 2009 zusammen in Bands gespielt – zuerst in ’ner Metalcore-Band namens „As Seconds Become Centuries“, danach in ’ner Melodic Punk-Band namens „Whiteout Alley“. Wir beschlossen dann, als „harter Kern“ zu dritt weiterzumachen, da das ja schon die vorherigen sechs Jahre so gut funktioniert hatte.

NLim: An welchem Tag und um welche Uhrzeit spielt Ihr auf dem diesjährigen Kalkwerk Festival?

Stay Focused: Samstag als erste Band um 13 Uhr. Also lasst das Ausschlafen sein und kontert lieber mit uns vor der Bühne. Schlafen könnt ihr Montag immer noch. Ist sowieso Feiertag!

NLim: 😂

NLim: Hat sich Eure Bandbesetzung irgendwann mal geändert? Wie lange spielt Ihr nun mittlerweile in der aktuellen Besetzung?

Stay Focused: Stay Focused selbst hatte bisher immer dieselbe Besetzung, auch wenn wir in dem ganzen Jahrzehnt, das wir jetzt schon zusammenspielen, auch nicht von Besetzungswechseln verschont blieben. Die Jungs haben übrigens alle eine Danksagung auf unserer Platte bekommen.

NLim: Welche Menschen möchtet Ihr mit Eurer Musik erreichen?

Juli: Na ja, eigentlich jeden, der sie hören will. Wir hoffen natürlich viele.

NLim: Hat sich Eure Bandbesetzung irgendwann mal geändert? Wie lange spielt Ihr nun mittlerweile in der aktuellen Besetzung?

Stay Focused: Stay Focused selbst hatte bisher immer dieselbe Besetzung, auch wenn wir in dem ganzen Jahrzehnt, das wir jetzt schon zusammenspielen, auch nicht von Besetzungswechseln verschont blieben. Die Jungs haben übrigens alle eine Danksagung auf unserer Platte bekommen.

NLim: Welche Menschen möchtet Ihr mit Eurer Musik erreichen?

Juli: Na ja, eigentlich jeden, der sie hören will. Wir hoffen natürlich viele.

Fabio: Am liebsten natürlich Menschen, die Musik auch noch als Kunstform zu schätzen wissen und für die es nicht nur ein reines Konsumprodukt für nebenher ist. Aber sonst echt alle – außer Nazis natürlich!

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NLim: Was für eine Message wollt Ihr Euren Zuhörern liefern?

Fabio: Mir war es immer wichtig den Leuten – im Gegensatz zu den meisten anderen Alternativ-/Metal-/Punk-Bands – auch immer einen positiven Vibe mitzugeben. In den Texten findet man in unserer Szene nur selten mal Elemente wie Hoffnung, den Drang nach Verbesserung oder einfach nur Wertschätzung für Schönes. Das versuche ich, immer mal mit einfließen zu lassen, und das scheint auch bei den Hörern anzukommen. Zuletzt wurde mir mal gesagt, wir hätten irgendwie was „lebensbejahendes“, haha.

NLim: Ihr bezeichnet Euch wie folgt: „Wir sind wie eine leckere Pizza.“ Selbst sagt Ihr, Eure „Inhaltsstoffe“ seien Modern Punk, Post-Rock, Post-Punk, Melodic Hardcore Punk, Modern Pop Punk, Alternative Rock, Alternative Metal, Indie und Emo. Wie würdet Ihr Eure Sound einem Laien erklären, der sich mit Punk-Rock nicht so auskennt? Und wie ist Eure persönliche Musikrichtung entstanden?

Juli: Wir finden, dass unsere Songs relativ divers sind. Manche gehen mehr in die Punkrock-Richtung, andere sind mehr Metal, wiederum andere sind ein wenig post-rockig. Deshalb auch diese Beschreibung. Unsere größten Einflüsse dürften Muse und System Of A Down sein. Wir denken, dass man das auch hört.

Fabio: Da gibt’s aber auch so viele mehr, denen wir gar nicht Rechnung tragen können. Im Endeffekt kannst du unsere Songs aber, glaube ich, gut in zwei Lager aufteilen: Die schnellen, melodischen, Happy-Summer Punknummern und die sphärischen, düsteren, Winter-Metalsongs.

Kalkwerk Festival: Stay Focused im Interview

NLim: Habt Ihr Vorbilder, die Euren Sound beeinflussen und prägen?

Stay Focused: Wie schon erwähnt, hauptsächlich Muse und System Of A Down, aber auch noch einige andere, wie zum Beispiel Tiny Moving Parts.

NLim: Und auf Shows? Wie reagiert Euer Publikum? Rockt das voll ab?

Juli: Da wir oft nicht so ganz eingängige Rhythmen haben und, wie gesagt, der Stil und die Stimmung der Songs doch stark variiert, sehen wir uns nicht unbedingt als kompromisslos tanzbare Band. Meistens nickt das Publikum „nur“ anerkennend mit dem Kopf mit, aber das ist auch gut.

Fabio: Ich habe schon immer gesagt, dass ich lieber 20 Leute vor der Bühne habe, die unserer Musik aufmerksam zuhören und stillstehen, als 500 Leute die tierisch abgehen, denen es aber auch egal wäre, ob wir dastehen oder eine Kirmesband irgendwelche Mitgröhlsongs covert.

NLim: Wann habt Ihr gemerkt, dass Ihr auf einmal wesentlich mehr Menschen erreicht mit Eurer Musik? Gab es so einen Punkt?

Juli: Wenn überhaupt, war das – logischerweise – der Zeitraum, in dem wir im Studio waren, das Album released haben und die Zeit danach.

Fabio: Wobei wir jetzt weiß Gott noch nicht sagen würden, dass wir viele Menschen erreichen. Aber wir haben einen Haufen toller und loyaler Freunde, die uns schon seit Jahren begleiten und unterstützen. Dass die uns dann auch ein geiles Album attestiert haben, war für uns das Wichtigste.

NLim: Wenn Ihr einen Song kreiert, wie lange dauert das so ungefähr?

Juli: Das ist ganz unterschiedlich. Manche Songs schreiben sich wie von alleine. Andere brauchen Monate oder Jahre. Diese „Problemsongs“ werden dann oft liegen gelassen und immer wieder rausgekramt und dran rumgebastelt, bis wir dann zufrieden sind oder sie verwerfen.

Fabio: Hier ist es wie so oft: Die ersten 90 Prozent eines Songs brauchen 10 Prozent der Zeit. Für die restlichen 10 Prozent braucht man noch mal 90 Prozent der Zeit.

NLim: Wie viel Zeit bringt Ihr insgesamt für die Band auf, inklusive Probe, komponieren usw.?

Juli: Wir versuchen, einmal die Woche zu proben, was uns aber nicht immer gelingt. Wie viel Zeit jeder von uns ansonsten investiert, ist schwer zu sagen. Juli kümmert sich um unser Booking, Jimmy erstellt oft Profilbilder, schneidet Videos oder arbeitet an Shirt-Designs, Fabio schreibt Songideen und Riffs – meist auf seiner Akustikgitarre.

Fabio: Alles in allem haben wir aber festgestellt, dass wir vergleichsweise wenig Zeit investieren. Im Kalkwerk gibt es zum Beispiel auch Bands die dreimal die Woche proben. Aber für den Aufenthalt im Studio 2017 haben wir uns dann auch mal 14 Tage Zeit und Urlaub genommen.

NLim: Wer liefert die Ideen für neue Songs und wie entstehen sie? Immer mal ein anderer, zusammen, oder gibt es jemanden in Eurer Band, der da vorangeht?

Juli: Fabio schreibt fast alle Riffs, grobe Songstrukturen und auch die Lyrics. Die Ideen werden dann im Proberaum von den anderen beiden für gut oder schlecht befunden. Danach jammen wir gemeinsam die Riffs, verändern und arrangieren sie und entwickeln so den Song im Proberaum weiter. Wir halten alles in Form von Tabs fest. So kann jeder daheim üben und weiter an den Songs basteln.

NLim: Wenn Ihr so auf die vergangenen Jahre zurückblickt, schaut Ihr auf einen erfolgreichen Weg zurück? Und gibt es etwas, auf das Ihr besonders stolz seid?

Juli: Wir denken, dass man das schon so sagen kann. Wir haben aktuell verdammt viel Spaß an der Sache und das ist das Wichtigste. Dazu haben wir schon viele Shows gespielt und tun das immer noch. Besonders stolz sind wir natürlich auf das Album, aber auch auf das dazugehörige Musikvideo zu „Ten Years Late“.

Das Video zu „Ten Years Late“ aus dem Debütalbum „Contrasts“ von Stay Focused. © Stay Focused

Fabio: Mein persönliches Highlight war unsere Show in Rom. Es waren zwar kaum Leute da, aber wir werden immer sagen können: „Wir waren damals mal in Rom und haben da ’ne Show gespielt.“ Außerdem haben wir das direkt mit einem coolen Bandurlaub verknüpft.

NLim: Verdient Ihr mit Eurer Musik so viel Geld, dass Ihr davon leben könnt? Oder müsst Ihr für Euer täglich Brot noch arbeiten gehen, wie Otto Normalverbraucher? 😉

Juli: Nee, absolut nicht. Das ist aber auch gar nicht das Ziel, zumal es fraglich ist, ob es uns dann nicht auch den Spaß daran verderben würde. Alles, was wir einnehmen, stecken wir wieder in die Band, für neue Aufnahmen, Musikvideos, Merch und so weiter.

Jimmy: Und selbst dafür reichen unsere Einnahmen bei Weitem nicht aus! 😀 Wir legen also – wie vermutlich fast jede Band unserer Größe – für unser Hobby noch nen Haufen Kohle drauf.

NLim: Ihr habt 2015 eine 3-Track-Demo gedroppt. Habt Ihr die mal eingeschickt? Zum Beispiel an Indie-Labels oder ähnlichem?

Stay Focused: Nein, ob es heutzutage überhaupt noch viele Vorteile bringt, bei einem Label zu sein, muss jede Band für sich selbst entscheiden, und da gibt es ja auch große Unterschiede. Wir bleiben erstmal weitestgehend DIY. Außerdem glauben wir auch nicht, dass uns mit dieser Demo ein Label hätte haben wollen. 😀

NLim: Wie kamen die drei Songs – so als Newcomer – bei den Leuten an?

Stay Focused: Die Demo war ja unser erstes Lebenszeichen inklusive Musikvideo. Viele waren erstmal überrascht, dass wir jetzt etwas andere Töne anschlagen, da sie uns nur von unserer vorherigen 5-köpfigen Metalcore-Band kannten. Alles in allem war die Resonanz jedoch durchaus positiv.

Der Track „Valentine“ aus der Demo 2015. © Stay Focused

NLim: Wie war es, mit einer Band zu starten, und zu versuchen mit der eigenen Musik Menschen zu erreichen? Habt Ihr relativ schnell einen Zugang zu Eurer Hörerschaft bekommen oder hat es eine Weile gedauert, bis Ihr immerhin etwas bekannt wart?

Juli: Da hatten wir durch die eben erwähnte vorherige Band natürlich einen deutlich einfacheren Start als Bands, die komplett bei Null anfangen. Das hat uns schon mal sozusagen einen Grundstock an zumindest interessierten Hörern und Zuschauern beschert.

Fabio: Ja, und Kontakte sind halt echt alles! Ob zu anderen Bands, Veranstaltern oder kompetenten Leuten, mit denen man Arbeiten kann und muss. Zum Beispiel Tonstudios, Designer et cetera.

NLim: Ihr seid letztes Jahr auf dem Bells kurzfristig als Ersatz für die Band „All For Nothing“ eingesprungen, die krankheitsbedingt absagen mussten. Wie war das für Euch? Konntet Ihr das Publik als Ersatz „entschädigen“? Kam Euer Sound beim Publikum gut an? Benne von „Away From Life“ befand Euch als „starken Ersatz“. 😉

Juli: Das war ganz schön verrückt. Wir waren gerade noch vom ersten Festivaltag total verklatscht in unseren Autos wach geworden, dann ging es direkt in den Proberaum zum Equipment holen und quasi direkt auf die Bühne. Da blieb nicht mal Zeit zum aufgeregt sein. Der Auftritt hat sich dann total surreal angefühlt, hat aber tierisch viel Spaß gemacht.

Jimmy: Ich war tags zuvor erst vom Punk Rock Holiday heimgekommen. Wir hatten echt überhaupt nicht damit gerechnet, einspringen zu dürfen. Das hat uns aber natürlich mega gefreut! Und hinterher das Riesenlob von Benne im Festivalbericht zu lesen erst recht!

Fabio: Ich kann mich jetzt an Benne nicht erinnern, aber das ist ja mal ein dickes Lob, das wir gerne annehmen! „All For Nothing“ sind nämlich ’ne Wucht!

NLim: Ihr habt Januar 2018 ein erstes komplettes und eins in voller Länge releastes Album namens „Contrasts“ rausgehauen. Wie lange habt Ihr an Eurem ersten Album gearbeitet?

Juli: An den Songs selbst haben wir etwa eineinhalb Jahre gearbeitet. Dann nochmal ein gutes halbes Jahr für Studiovorbereitungen, die Aufnahmen selbst, das Musikvideo und die ganze Vorbereitung für den Release. Alles in allem, also zirka zwei Jahre.

Fabio: Klingt erstmal ziemlich lange. Aber man darf ja nicht vergessen, dass eine Band nur selten genauso viele Songs schreibt, wie auf dem Album sind. Wir hatten noch einige mehr und standen dann vor der Qual der Wahl, welche es verdient haben, aufs Album zu kommen. Das muss man ja noch mit dazu rechnen.

NLim: Wie war die Resonanz Eurer Community, Eurer Freunde, Eurer Familie und/oder sonstigen Hörern Eures Albums?

Stay Focused: Beim Album hatten die Menschen natürlich schon einen Eindruck von uns und waren daher nicht mehr so überrascht wie bei der Demo. Die Resonanz war insgesamt sehr positiv, würden wir sagen. Sowas ist aber immer schlecht einzuschätzen.

NLim: Um was geht es in Eurem ersten Album? Gibt es einen roten Faden? Oder steht so gut wie jeder Song für sich alleine?

Stay Focused: Die Texte des ersten Songs Constants und die des letzten Songs Variables haben einen Bezug zueinander. Der Albumname „Contrasts“ soll aber auch die Diversität in Stil, Stimmung und Text der verschiedenen Tracks widerspiegeln. Ein Konzeptalbum ist es damit aber natürlich noch nicht.

Kalkwerk Festival: Stay Focused im Interview

NLim: Habt Ihr ein komplett neues Album in den Startlöchern? Und ist demnächst mit einem neuen Release zu rechnen?

Stay Focused: Wir sind zwischen den vielen Gigs zurzeit auch noch fleißig Songs am Schreiben. Den nächsten Besuch im Tonstudio hatten wir mal für 2020 angepeilt. Wir haben aber noch nichts Konkretes geplant und wollen uns auch absolut nicht damit stressen.

NLim: Seit März seid Ihr mit Euren Songs auf Tour. Bis September werdet Ihr zehn Gigs gespielt haben. Wie waren die bisherigen Shows?

Juli: Jeder Gig macht ’ne Menge Spaß und die meisten sind auch gut besucht. Da gibt es aber viele Faktoren, die dazu führen, dass manche Gigs nun mal ganz besonders viel Spaß machen. Andere fühlen sich dagegen mehr an wie eine öffentliche Probe. 😀 Aber auch das macht Spaß und insgesamt haben wir eine verdammt gute Zeit gerade.

Jimmy: Der Gig in der Barrikade Leipzig und der damit verbundene Roadtrip mit unseren Freunden von Liotta Seoul war bisher für mich das absolute Highlight des Jahres. Mal sehen, ob das noch getoppt werden kann. 😉

NLim: Wie ist es zu wissen, abends auf der Bühne zu stehen? Habt Ihr vor einem Gig Lampenfieber?

Stay Focused: Das Gefühl ist der Hammer. Unter anderem deshalb machen wir das Ganze ja. Ein bisschen aufgeregt sind wir alle, aber meistens auch erst kurz vor dem Auftritt selbst. Das Ganze hält sich aber nach über zehn Jahren Live-Erfahrung doch mittlerweile schwer in Grenzen.

NLim: Wie viele Menschen besuchen so ein Konzert von Euch?

Stay Focused: Sehr unterschiedlich. Meistens sind es kleinere Clubshows mit Besucherzahlen zwischen 20 und 50 Leuten. Auf Festivals sind es mitunter auch mal deutlich mehr.

NLim: Wie seid Ihr an die Locations gekommen, wo Ihr Eure Gigs gespielt habt, und wo Ihr noch spielen werdet?

Stay Focused: So wie jede Band. Recherchieren, Mails schreiben und Telefonieren ohne Ende.

NLim: Habt Ihr immer Lust auf Eure Auftritte? Oder gibt es auch mal einen Tag, wo Ihr sagt: „Heute habe ich überhaupt keinen Bock.“

Stay Focused: Wir haben immer Bock zu spielen! Je nach äußeren Umständen kann die Freude natürlich auch ab und zu mal ein bisschen gehemmt sein. Aber oft machen diese Abende auf der Bühne dann besonders viel Spaß, weil man eben für diese Zeit gar nicht an seine Probleme denkt und einfach nur Musik macht.

NLim: Wie sind Euren weiteren Pläne? Wird Stay Focused die Punk-Herzen noch lange höherschlagen lassen?

Stay Focused: Da unser Bandname wie gesagt auch unser eigenes Mantra ist, hoffen wir, noch sehr lange damit weiterzumachen. Aktuell steht dem auch absolut nichts im Wege.

NLim: Was für Sound hört Ihr eigentlich so Zuhause?

Stay Focused: Wir können uns auf maximal fünf Bands einigen, die wir alle drei so richtig feiern. Ansonsten hört jeder ganz andere Musik als die anderen. Juli hört gerne progressiven Kram, hauptsächlich Metal, aber auch Emo. Fabio ist eher so ein Pop-Punk/Emo Kind der 2000er. Jimmy hört viel Skate- & Pop-Punk und hat sich auch vom Metalcore noch nicht losgesagt. 😉

NLim: Punk ist schon ’ne heftige Musikrichtung. Was halten Eure Familien von Eurer musikalischen Kunst und Vorliebe?

Juli: Ach was, so heftigen Punkrock machen wir ja gar nicht. Eigentlich wissen wir nicht, ob Punk überhaupt die richtige Genrebeschreibung für uns ist. Unseren Angehörigen gefällt unsere Musik jedenfalls ganz gut.

Fabio: Zu unseren Metalcore-Zeiten war auch schon mal weniger Zuspruch in der Familie da. Die aktuellen Sachen sind aber teilweise ja auch schon etwas melodischer, weswegen das mein Dad auch ganz cool findet. Na ja und zum Punk zählen wir uns, glaube ich, auch eher ideologisch als musikalisch.

NLim: Gibt es für Euch Menschen, die Ihr gerne mal persönlich treffen würdet?

Fabio: Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass diese Heldenverehrung von Menschen ziemlicher Schwachsinn ist. Die müssen schließlich genau wie wir auch kacken und sind nicht perfekt! Dass ich jetzt jemanden so cool finde, dass ich ihn unbedingt kennenlernen will, hatte ich, glaube ich, das letzte Mal mit 16 oder 17. Aber ich bereue es ein bisschen, dass ich nie dazu gekommen bin, Linkin Park mit Chester Bennington live zu sehen. Die waren für mich – wie für so viele – der Einstieg in Heavy und Alternative und Chester hat mich gerade in meinen jungen Jahren gesanglich auch sehr geprägt.

NLim: Mit wem würdet Ihr gerne einmal die Bühne teilen?

Juli: Definitiv Muse, System Of A Down und Tiny Moving Parts, jeder für sich mit Sicherheit noch einige andere.

Fabio: Wenn ich mir aktuell eine Band wünschen könnte, bei der es auch realistisch ist, dann Brutus aus Belgien.

NLim: In welchem Land würdet Ihr gerne einmal spielen?

Juli: Island.

Fabio: Scheißegal, Hauptsache mal wieder ’ne Auslandsshow. Ist halt eben doch ein ganz anderes Feeling, wenn man weit von Zuhause entfernt ist.

NLim: Habt Ihr den Lesern unseres Newsportals noch was zu sagen?

Juli: Eigentlich nicht. Das waren ganz schön viele Fragen und manche davon ziemlich intim. Kommt auf jeden Fall aufs Kalkwerk Festival und wenn ihr noch etwas wissen wollt, trinkt ein Bier mit uns und fragt einfach, falls wir noch in der Lage sind, zu antworten.

Fabio: Und ihr seid cool, dass ihr euch das überhaupt durchgelesen habt! Supportet weiter auch die lokalen Bands und die Szene!

Vielen Dank für Eure Zeit! Wir sehen uns auf dem diesjährigen Kalkwerk Festival vom 7. bis zum 9. Juni im alten Kalkwerk zwischen Limburg und Diez. 🙂

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(lm)

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