Gegen einen Priester des Bistums Limburg ist wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs an einem minderjährigen Jungen Strafanzeige gestellt worden. Das Opfer belastet des Weiteren auch die zu seinerzeit Verantwortlichen des Bistums. Die Strafanzeige hat Ende Dezember das Erzbistum Bamberg bei der Staatsanwaltschaft Marburg gestellt.

Der Pressesprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle, teilte am Montag, den 21. Januar, mit, dass der Beschuldigte den damals minderjährigen Jungen von 1986 bis 1993 mehrfach sexuell missbraucht haben soll. Angesichts der Berichterstattung rund um die Veröffentlichung der Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz (MHG-Studie) zum sexuellen Missbrauch durch katholische Kleriker, hat sich das Opfer bei der Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums Bamberg gemeldet.

Die Strafanzeige sei bereits vor ein paar Wochen vom Erzbistum Bamberg gestellt worden. Der Priester verbringt dort seinen Ruhestand. Im Bistum Limburg war der Geistliche viele Jahre lang als Pfarrseelsorger aktiv. Das Opfer hat die MHG-Studie zum Anlass genommen, gegen den Priester tätig zu werden. Die Studie hat den sexuellen Missbrauch katholischer Kleriker untersucht. Das Ergebnis: Alleine in Hessen hat es hunderte von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gegeben. Die Bischofskonferenz hat sich vorgenommen für mehr Prävention und Aufklärung zu sorgen.

Opfer erhebt auch Vorwürfe gegen damals verantwortliche des Bistums

Die Verantwortlichen des Bistums sollen damals laut dem mutmaßlichen Opfer Kenntnisse über den Missbrauch gehabt haben. Die Diözese nimmt die Vorwürfe ernst und hat die kirchenstrafrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Der Vorgang werde von einem unabhängigen Juristen untersucht, der die Erkenntnisse Polizei und Staatsanwaltschaft übermitteln werde.

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In der Personalakte, die im Bistum Limburg geführt wird, sind Hinweise auf sexuelle Missbrauchsfälle nicht zu finden. In Bamberg hat der Beschuldigte ab und zu die Gottesdienstvertretung übernommen. Gemäß den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz, haben das Bistum Limburg und das Erzbistum Bamberg dem pensionierten Priester ausnahmslos jedwede Ausübung priesterlicher Tätigkeiten untersagt. Dem Geistlichen droht damit die Entlassung aus dem Klerikerstand.

Das Bistum Limburg ist häufig wegen Skandalen in den Schlagzeilen. Aufgrund dessen gehen Studien davon aus, dass das Bistum in den kommenden Jahren etwa 250.000 Kirchenmitglieder verlieren wird.

(lm)

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