Nächstes Jahr im Frühling zieht die Verwaltung der Stadt Limburg um, und zwar auf die Dietkrichner Höhe! Was aber mit dem leerstehenden Rathausanbau an der Pusteblume im Herzen Limburgs passieren soll, ist bisher unklar. Investoren äußern erste Ideen: Von Bürogebäude mit Gastronomie im Erdgeschoss und Wohnungen in den oberen Etagen, ist wohl so einiges denkbar.

So sieht es aktuell aus: Der Rathausanbau wird im kommenden Sommer offensichtlich erst einmal leer stehen. Die Verwaltung der Stadt wird dann in das ehemalige Mundipharma-Gebäude auf der Dietkirchner Höhe ziehen, das die Stadt im vergangenen August erworben hat. Der wohl sehr sanierungsbedürftige Betonbau an der schönen Pusteblume aus den 60ern soll zum Verkauf angeboten werden. Die Stadt rechnet mit einem Erlös aus dem Verkauf von etwa einer Million Euro.

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Es gibt wohl bereits Interessenten für das Gebäude. Einer davon möchte daraus ein Hotel machen. Nun ist mit Klaus Rohletter ein weiterer Interessent auf den Plan gekommen, der bereits zahlreiche Investitionen in der Innenstadt realisiert hat. Klaus Rohletter hat das neue Arbeits- und Wohnquartier in den „Klostergärten“ der Pallottiner auf die Beine gestellt, und ist auch Eigentümer des Dom Hotels in der Limburger Altstadt.

Gastronomie, Büroflächen und ein weiteres Stockwerk

Plan von Rohletter ist gemeinsam mit dem Inhaber der WERKSTadt, Marcel Kremer, in der gemeinsam betriebenen Gesellschaft „Domus GmbH“ den Rathausanbau zu kaufen, diesen zu sanieren und vor allem Büroflächen für lokale Unternehmen zu schaffen und anzubieten. Dabei könnten sich die Investoren im Erdgeschoss eine Gastronomie vorstellen, welche dazu beitragen könne, den Serenadenhof und den Europaplatz zu beleben. Des Weiteren möchten sich die Gesellschafter der Domus GmbH gerne um einen statisch erlaubten weiteres Stockwerk des Rathausanbaus bemühen.

Seitenansicht des Rathausanbaus in Limburg an der Lahn. | Neues Limburg
Seitenansicht des Rathausanbaus in Limburg an der Lahn. | Neues Limburg

Luxus inklusive: In den oberen Etagen könnten Penthouse-Wohnungen entstehen. Die Domus GmbH plant dabei, das Gebäude zu behalten und die Räumlichkeiten unter Eigenregie zu vermieten. Dabei sei aber eine überwiegende Büronutzung geplant, um die Innenstadt weiter zu beleben und den Wegfall Angestellter der Stadt Limburg auszugleichen. Dabei rechnet Rohletter mit einer Ausschreibung des Verkaufs für frühestens 2020. Bis 2021 könnte dann mit der notwendigen Baugenehmigung bereits der Umbau realisiert sein.

Ab 2021 neue Büroflächen, Gastronomie und Penthouse-Wohnungen im Rathausanbau? Und das Einwohnermeldeamt?

Ein vorzeitiger Kauf ist nicht möglich, da das Einwohnermeldeamt erst einmal im Erdgeschoss des Rathauses verbleiben wird. Dieses soll aber nachdem Umzug Teil des neuen Bürgerbüros im alten Rathaus an der Werner-Senger-Straße werden.

Zur allgemeinen Information:

Auch ein neuer Hotelier hätte Schwierigkeiten seine Zimmer vollzukriegen. Rohletter ist ein Unterzeichner eines offenen Briefes von Stefan Martin (Hotel Martin), der sich gegen eine Ansiedlung eines weiteren Hotels in Limburg an der Lahn ausspricht. Ein neues Hotel mitten in der Stadt sei ein starker Mitbewerber, so Rohletter – Eigentümer des Dom Hotels.

Ein höherer Leerstand der ansässigen Hotels hätte diese zur Folge. Aktuell habe das Dom Hotel eine Zimmerauslastung von 55 Prozent und eine Bettenauslastung von 30 Prozent. Rohletter vermutet, dass ein weiteres Hotel in der Innenstadt wirtschaftlich sinnvoll sei, denn auch ein weiterer Betreiber hätte Probleme seine Zimmer vollzukriegen. Er könne aber verstehen, wenn Stadthallen-Chef Guido Lindeken von einem Tagungshotel direkt an der Josef-Kohlmaier-Halle träume. Jedoch würde es Jahre dauern, bis sich solch ein Tagungshotel etablieren würde. Auch für die Belebung der Innenstadt sei ein Tagungshotel kein Garant, da Tagungen nicht zwangsläufig mit Übernachtungen einhergehe.

Stattdessen kann sich Rohletter die Wiederbelebung des Konzepts „Meeting City Limburg“ vorstellen. Idee dabei ist, dass Stadt, Stadthalle und Hotels gemeinsam versuchen, unsere Stadt als Tagungsstandort zu etablieren. Gespräche dazu gab es wohl bereits zwischen Hotelbetreibern und dem Stadthallen-Chef. Diese sollen kommendes Jahr fortgesetzt werden.

Der Stadt liegt wohl seit Juli ein Bauantrag des Hotels „Zur Eisenbahn“ vor, welches weitere Zimmer anschaffen möchte. Auch das Dom-Hotel mit bisher 42 Zimmer möchte acht bis zehn weitere Doppelzimmer anschaffen. Das soll dazu beitragen an Wochenenden Touristen vor allem an Wochenenden weitere Doppelbetten anbieten zu können. Hört sich nach Expansion an, aber Rohletter stellt klar: Durch den Abgang von Mundipharma habe das Dom-Hotel knapp zehn Prozent an Übernachtungen eingebüßt.

(lm)

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